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universal design was ist das

Universal Design bedeutet, dass Gegenstände des alltäglichen Lebens so entworfen werden, dass Ästhetik und altersgerechte Bedienung kombiniert werden. Dabei wird wert gelegt, dass Möbel nicht nach den Funktionen aussehen, welche sie beherbergen. Neue Lösungen für selbst bestimmtes Wohnen müssen sich harmonisch in die bestehende Wohnungseinrichtung einfügen.

Der Ursprung dieser Idee liegt in den 1970er Jahren. Seitdem hat sich nichts an den essenziellen Faktoren geändert. Ein Gegenstand muss gestalterisch flexibel sein. So kann es den vielen Bedürfnissen seiner Nutzer gerecht werden. Dazu muss man vom Gedanken vom Wohnen für die ältere Generation weg, hin zu altersgerechtem Wohnen.

Woher kommt das Konzept des Universal Design?

universal design für jedes alter
Foto von avery klein

Die Idee ist nicht neu. Sie reicht bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit erkannte man ihren Nutzen im Bereich der medizinischen Hilfsmittel zur Rehabilitation.

1950 entwickelte sich in Europa die Idee eines universellen Designs aus dem skandinavischen Funktionalismus.

1980 bekam das Universal Design Konzept zum ersten Mal diese Bezeichnung. Der amerikanische Designer Ronald L. Mace nannte so das Prinzip, Produkte anhand von Design für die große Masse einfach nutzbar zu machen.

Auch wenn es diverse Schwerpunkte gibt, bleibt die Idee dahinter dieselbe.

Gibt es in Deutschland ein Gesetz für Universal Design?

Für das Universal Design direkt, gibt es in Deutschland kein Gesetz. Einige ISO-Normen zur Barrierefreiheit und benutzerorientierten Gestaltung fallen allerdings unter diesen Ansatz.

Seit 2008 wird hierzulande vom Institut für Universal Design der Universal Design Award vergeben. Bei diesem Wettbewerb sollen Architekturen, Produkte oder Service-Designs für eine breite Zielgruppe entwickelt werden. Er richtet sich an Studierende, Start-ups sowie Unternehmen.

Seit 2010 gibt es das Qualitätszeichen Generationsfreundliches Einkaufen vom Handelsverband Deutschland. Dieses Siegel gibt es für Einzelhändler, die ein unbeschwerliches und barrierearmes einkaufen ermöglichen. Kriterien dafür sind unter anderem die Zugangsmöglichkeiten, Ausstattung der Geschäftsräume, Leistungsangebot und das Serviceverhalten.

Ist Universal Design eine Frage des Alters?

Das Universal Design erlaubt eine generationsübergreifende Verwendung. Dabei entstehen für keine Gruppe irgendwelche Barrieren in der Benutzung. Alle Menschen sollen diese Gebrauchsgegenstände nutzen können, ohne dabei eine Benachteiligung zu erfahren.

Da wir Menschen verschiedene Fähigkeiten und Voraussetzungen haben, müssen die Gegenstände an diese angepasst werden. Bei der Gestaltung ist die Flexibilität der Nutzung daher eine sehr große Rolle.

Eine einfache und intuitive Benutzung ist der einfachste Weg, dieses möglich zu machen. Dinge wie, unterschiedliches Wissen oder Erfahrungen dürfen der Benutzung nicht im Weg stehen. Eine leicht verständliche Handhabung ist wichtig.

Bei der Planung darf bei einer Generationenübergreifenden Nutzung nicht von einem Durchschnittsmenschen ausgegangen werden. Nicht von jemanden, der gesund ist und körperlich fit. Stattdessen müssen die Räume und Möbel so gestaltet werden, dass man sie mit geringer Anstrengung nutzen kann.

Sollte bei der Benutzung doch etwas schieflaufen, muss die Fehlertoleranz entsprechend hoch sein. So sollen die negativen Auswirkungen so weit es geht vermieden werden. Die Räume und Gegenstände müssen jederzeit, unabhängig von der Umgebung, den Menschen wahrnehmbare sensorische Informationen liefern.

In Städten ist die großzügige Dimensionierung von Zugängen und Räumen womöglich am schwierigsten zu verwirklichen. Besonders in den Ballungsgebieten herrscht Platzmangel. Möglichkeiten zur Verkleinerung des Wohnraumes ist mit dem Universal Design leider nicht vereinbar. Ein Beispiel dafür ist das Tiny House.

Bei Neubauten sind viele der Leitideen zu realisieren. Schon von Beginn der Planungen können breite Durchgänge, leicht bedienbare Fenster und Türen, Wege ohne Stufen oder sonstige Dinge beachtet und umgesetzt werden.

Aber nicht nur mit Räumen lassen sich die Bedürfnisse perfekt im Universal Design umsetzen. Höhenverstellbare Betten und Arbeitsflächen sowie ausreichende Beleuchtung befriedigen die Bedürfnisse vieler Generationen. Zudem werden sie mit einem hohen Maß an Komfort verbunden.

Universal Design: Die 7 Prinzipien

  1. Bei der Breiten Nutzbarkeit muss gewährleistet werden, dass so viele Menschen wie möglich das Produkt benutzen können. Ganz unabhängig von ihren Fähigkeiten.
  2. Jeder Mensch hat eine individuelle Vorliebe wie er etwas benutzt. Daher sollte die Flexible Benutzung in die Gestaltung des Produktes berücksichtig werden.
  3. Nicht jeder kann komplizierte Geräte benutzen. Es ist wichtig das Produkte einfach sind und über eine Intuitive Handhabung verfügen.
  4. Die Produkte sollen so gestaltet sein, dass die Sensorischen Wahrnehmungen von Information unabhängig von den Fähigkeiten sprachlich, bildlich und tastbar zur Verfügung gestellt werden.
  5. Bei fehlerhafter Anwendung soll das Produkt fehlertolerant sein, um möglichen Risiken bei der Anwendung zu minimieren.
  6. Damit es mit wenig Kraftaufwand bedient werden kann, muss das Produkt komfortabel und effizient anwendbar sein.
  7. Bei öffentlichen Räumen und Gebäuden muss die Benutzung und der Zugang so gestaltet sein, dass jeder Mensch egal welcher Größe, gleichermaßen nutzbar sind.

Wie Smart ist Universal Design?

universal design ist schön
Foto von
dada_design

Das Universal Design birgt mit seinem Hang zur Simplifizierung großes Potenzial. So das Ergebnis einer Befragung, die das Frankfurter Zukunftsinstitut für Siemens Electrogeräte durchgeführt hat. Die Befragten wünschten sich im Umgang mit Hausgeräten primär eine schnelle und flexible Funktion. Des Weiteren eine leicht Verständliche Bedienung. Dies war ihnen wichtiger als die Möglichkeit, Geräte mit dem Smartphone bedienen zu können.

Flexible Funktionalität und Übersichtlichkeit waren für mehr als 90 Prozent der Teilnehmer über 55 Jahren wünschenswert. Sie haben nichts gegen Smart Homes. Die Vernetzung verschiedener Geräte und Sensoren sollten bei der Bedienung jedoch nicht zu spüren sein.

Bedeuten smarte Konzepte für das Wohnen zwangsläufig immer die Verwendung von Technologie? Das ist eine Frage, die diese Studie aufwirft. Bisher stellt sich die Frage, wie und ob man alltägliche Abläufe mit Hilfe der Technik automatisieren kann. Eine zentrale Steuerung der Heizung oder der Beleuchtung der Wohnung, verspricht bereits eine Vereinfachung.

Hansa zeigt wie es gehen kann

Das Badezimmer ist einer der wichtigsten Räume. Zumindest wenn es um die Umsetzung des Universal Designs geht. Ergonomische Armaturen bieten dort einen enormen Vorteil. Hansa hat zusammen mit der GGT (Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik) speziell für die generationenübergreifende Nutzung die Waschtischarmatur HANSAFIT entwickelt. Hier sind Barrierefreiheit und Ästhetik nicht länger Gegensätze.

Die Bedienelemente sind sowohl farblich abgesetzt als auch griffig. Sie bieten so eine einfache Bedienung in jedem Alter. Zusätzlich dazu, stellen die separaten Funktionsbrausen eine hilfreiche Ergänzung da. Die Brausen sind flexibel als mobile Wasserquelle nutzbar. Mit diesen lassen sich nicht nur große Gefäße einfach befüllen.

An diesem Waschtisch gelingt selbst das Haarewaschen problemlos. Die ergonomischen und extra langen Hebel können problemlos mit dem Handrücken betätigt werden. Dies ist vor allem bei einer eingeschränkten Handbeweglichkeit oder verringerter Feinmotorik wichtig.

Dazu sorgen die weichen, abgerundeten Kanten der Armaturen für zusätzliche Sicherheit. Nicht nur das so das Verletzungsrisiko minimiert wird, es erleichtert zudem die Pflege und Reinigung.

Technik bedeutet am Anfang einen erhöhten Aufwand

Technik bedeutet, zu beginn oder mit fortschreitender Vernetzung jedoch zunächst ein erhöhtes Maß an Komplexität. Bis die Vereinfachung erreicht wird, steckt also mehr Aufwand dahinter. Selbst jetzt, wo sich die Technik zu einem festen Bestandteil des Alltags vieler Menschen integriert hat, stellt dies eine potenzielle Herausforderung dar. Besonders für die Generation, die mit dem Umgang technischer Geräte nicht vertraut ist. Daher muss die Bedienung leicht und verständlich sein.

Nichtsdestotrotz wäre dieses Konzept nicht nur etwas für die ältere Generation. Von ihr würden alle Gruppen profitieren. Die wichtigste Voraussetzung für diese smarte Technologie ist jedoch, dass sie für die Bedürfnisse sämtlicher Benutzer einsetzbar ist.

universal design ermöglicht zu Hause leben bis in ein hohes Alter
Foto von Ian Noble

Als Orientierungshilfe für notwendige Maßnahmen, hat die Smart Home Initiative Deutschland E.V. zusammen mit dem Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. einen Planungsleitfaden veröffentlicht. Dieser ist bei Interesse hier als Download verfügbar. Diese Broschüre sich Primär nicht an zukünftige Bewohner. Sie gibt aber einen guten Überblick darüber, welche Dinge es bei einem vernetzten Zuhause zu berücksichtigen gelten.

Universal Design: Solange es geht in den eigenen Vier Wänden leben?

Wir kennen es entweder aus der Familie oder von Freunden: Das Selbstbestimmte Wohnen im Alter geht meist nur mit nachträglichen Maßnahmen. Meist sind viele von ihnen nicht oder nur sehr schwer realisierbar.

Anders sieht es bei einem Neubau aus. Hier kann man schon von Grund auf für sämtliche Lebensabschnitte planen und bauen. Im bestenfalls kann so das Zuhause mitaltern, ohne gleich altmodisch zu sein.

Mit mehr bebauten Wohnflächen lässt sich das Bewusstsein dafür in naher Zukunft weiter steigern. Vorerst jedoch muss man wohl in den meisten Fällen die gewünschten Maßnahmen in vorhandene Gebäude integrieren, um die Lebensqualität zu erhöhen.

Mit dem Universal Design Konzept wird dies allerdings nicht mehr nur für die ältere Generation von Interesse sein. Daher ist es wichtig, schon frühzeitig die Möglichkeiten für das perfekte Wohnerlebnis aller Generationen auszuloten. Vom Baby bis hin zu den Ältesten.

Fazit

Universal Design klingt für mich nach dem optimalen Konzept. Kein Krankenhaus Feeling mehr, wenn man in das Alter kommt, auf gewisse Dinge angewiesen zu sein. Meist reißen diese Gegenstände oder Möbel bisher leider einen tiefen Schnitt in das sonst so gepflegte Raumdesign.

Was denkt ihr darüber? Ist euer Wohnraum bereits für alle Lebensabschnitte vorbereitet? Kennt ihr jemanden der das Universal Design Konzept erfolgreich umgesetzt hat?