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Green Pressure ist mehr als nur Grün. Es war das Trendwort des Jahres 2020 und hat sich somit gegen die Konkurrenten Eco-Elegance und Numanism durchgesetzt. Dabei haben jedoch alle drei Begriffe eines gemeinsam: Sie stehen alle im engen Zusammenhang mit der Neo-Ökologie und zentralisieren somit Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. Dies ist kein Wunder, denn immer mehr Menschen wollen Umweltbewusster, grün, leben, konsumieren gesünder und hinterfragen aus eigenem Interesse die Herstellung von Produkten, ehe sie diese kaufen.

Wir wollen uns in diesem Artikel einmal mit Green Pressure beschäftigen, und warum dieser Druck zum Grünen mehr als nur ein Thema der Politik ist, welcher uns wohl noch sehr lange begleiten wird.

Warum eigentlich dieser Druck?

Das, wenn wir mit unserem Handeln so weitermachen, den Planeten sprichwörtlich zerstören, dürfte mittlerweile in den Köpfen eines jeden Menschen vorgedrungen sein. Wir haben keine Zeit mehr, uns noch Jahrzehnte irgendwelche Konzepte zu überlegen. Es muss sich jetzt etwas tun.

Daher wächst zunehmend der Druck in allen Branchen Umweltschonender und Ökologischer zu werden. Kurz, zum Grünen.

Die Zunahme von Naturkatastrophen und extreme Witterungen, sind nur ein Teil der Auswirkungen, die uns deutlich machen, dass es bereits fünf vor zwölf für unseren Planeten ist. Aber auch die Verschmutzung der Luft und der Ozeane sind ein eindeutiger Beweis dafür, dass unsere Bemühungen unseren Planeten zu retten, noch lange nicht ausreichend sind.

Und vom wem?

Der Druck für eine grünere Zukunft ist keine neue Modeerscheinung. Bereits die Generation Y („Why“) hat bereits den Sinn von Konsum, Arbeit und dem aktuellen Wirtschaftssystem zu hinterfragen. Im Gegensatz zu jüngeren Generationen, haben sie bereits begonnen die Wirtschaft sowohl als Konsumenten aber auch als Mitarbeiter umzuformen. Sie hinterfragen Konsum und Ernährung zum Wohle ihrer Kinder.

Eine Methode der jüngeren Generation, ihren Unmut über die aktuelle Situation kundzutun, ist der bekannte Fridays-for-Future. Hier ziehen sie mit selbst gemachten Plakaten durch die Innenstädte. Auf diesen Demos tragen sie wie selbstverständlich und großem Selbstvertrauen ihren Mitmenschen vor. Diese Generation Global hat ihren Sinn im Gegensatz zur Generation Why bereits gefunden: Den Planeten retten.

Doch nicht nur die junge Generation steht auf Klimaschutz. Menschen ab 50 genießen zum Beispiel die Vorzüge der E-Bikes.

Leider hängt es jedoch, trotz Verbesserungen, weiterhin oft vom Bildungsstand und vor allem vom Einkommen ab, ob den Worten auch Taten folgen.

Jedoch können bereits kleine Schritte schon großes bewirken.

Was tut die Politik für eine grüne Zukunft?

Die Motivation, die Umwelt zu schonen und den Planeten zu retten, ist auch in der Politik bemerkbar. Dabei werden viele Absichten bekundet, nicht nur im kleinen Maße. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Green Deal: Ursula von der Leyen hat am 11. Dezember 2019 ein Konzept vorgestellt, mit dem bis 2050 in der EU die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null reduziert werden. Somit wäre die Europäische Union als erster Kontinent klimaneutral. Dieser Green Deal ist eine der sechs Prioritäten der Kommission von der Leyen und soll zentraler Bestandteil der Klimapolitik der Europäischen Union werden.

Neben diesem bedeutenden Green Deal, werden auch immer öfters Maßnahmen umgesetzt. Darunter die Plastikverordnung der EU in der seit dem 3. Juli 2021 viele Einwegplastikprodukte in der EU verboten wurden wie etwa Trinkhalme oder Einweg-Geschirr aus konventionellem Plastik.

Das dieser Beschluss von der Mehrheit begrüßt wird, zeigte eine YouGov-Studie. Knapp 80 Prozent begrüßten das Verbot, auch wenn dieses auf den ersten Blick ihre Freiheit einzuschränken scheint. Doch wo alte gewohnte Dinge verschwinden, ist auch Platz für neue Lösungen. Etwa wie Strohhalme aus Glas, Edelstahl oder ganz kreativ aus Nudelteig und Apfeltrester.

Ökologisches Handeln (sogenannte „Ökoroutine“) muss zur täglichen Routine eines jeden Menschen werden, so Umweltwissenschaftler Michael Kopatz. Und wenn die Politik dafür die Vorgaben schafft, gelingt dies sogar seiner Meinung nach am besten.

Auch wir müssen handeln

Damit wir unseren Planeten retten können, müssen auch wir etwas tun und uns nicht allein auf die Politik verlassen. Es geht dabei nicht mehr nur um eine individuelle Aufgabe, sondern um einen gesellschaftlichen Auftrag.

Wo Konsum immer kritischer hinterfragt wird, fühlen sich immer mehr Menschen global zugehörig und verantwortlich. Den Menschen ist die Gemeinschaft wichtiger als je zuvor.

Wohlstand bedeutet längst nicht mehr ökonomischer Wachstum, sondern beruht auf Lebensqualität. Angetrieben und gestaltet wird dieser Wandel von Unternehmen, welche ein neues Mindset verkörpern: Sie gestalten ihre Produkte, Materialien und Prozesse innovativ und nachhaltig.

Jedes Unternehmen wird in Zukunft die Frage beantworten müssen, welchen Mehrwert es in der heutigen Welt schaffen kann. Mit diesen Antworten entsteht eine neue Wirtschaft die nachhaltig orientiert ist. Auch Verbraucher interessieren sich vermehrt dafür, woher die Gewinne eines Unternehmens kommen.

Green Business – Nachhaltigkeit im Unternehmen

Während Privatpersonen ihr Handeln auf Klimaschutz und Umweltbewusstsein prüfen, ziehen auch Unternehmen nach. Der positive Effekt. Je mehr Firmen Grün werden, desto mehr werden nachziehen.

Aber auch gesetzliche Rahmen zwingen immer mehr Betriebe umzudenken. Ein Beispiel hierfür ist die 2021 eingeführte CO2-Besteuerung für die Bereiche Wärme und Verkehr.

Natürlich kann eine Unternehmenskultur nicht innerhalb weniger Tage umgestellt werden. So kann der erste Schritt bereits bei der Mülltrennung gemacht werden. Sobald erst einmal das Umdenken in der Firma begonnen hat, werden immer mehr Dinge sichtbar, die Verändert werden können. Da es viele Herangehensweisen gibt, ist keine davon falsch, solange man den ersten Schritt tut.

Sollten die weiteren Schritte unklar sein, so empfiehlt sich womöglich keine Umfrage unter den Mitarbeitern. Dies gibt meist neue Hinweise auf mögliche Optimierungsoptionen innerhalb der Firma.

Kleine Tipps, große Wirkung

Folgend einmal vier Tipps, wie jeder Mitarbeiter ganz einfach seinen kleinen Teil zum Green Business beitragen kann:

  • Strom: Viele kennen die Situation: Sie wollen zum Feierabend das Büro verlassen und sehen überall noch Geräte auf Stand-By. Egal ob der Computer, Drucker oder die Kaffeemaschine. Dies mag auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht viel einsparen, doch man erreicht viel, wenn man diese Energiefresser über Nacht oder das Wochenende komplett ausschaltet. Das gilt auch für das Licht in den Toiletten, wenn sie gerade nicht in Benutzung sind.
  • Müll: Bei den ganzen Behältern zur Mülltrennung ist es nicht immer einfach, seine Abfälle richtig zu sortieren. Das sollte jedoch nicht als Ausrede fungieren, daran nichts zu ändern. Egal ob Gelbe Tonne, Restmüll, Altpapier oder Biomüll, das zuständige Entsorgungsunternehmen kann bei der Frage helfen, welcher Müll in welche tonne gehört.
  • Papier: Bevor wir etwas ausdrucken, sollten wir uns die Frage stellen: Benötigen wir diesen Ausdruck wirklich oder landet er sowieso in der Papiertonne? Das gleiche Prinzip gilt für Notizen. Schnell ist ein neuer Zettel mit einer kurzen Notiz beschriftet und anschließend entsorgt. Warum nehmen wir stattdessen nicht die Rückseite alter Ausdrucke oder nicht mehr benötigter Informationsschreiben?
  • Lebensmittel: Wer einen Gemeinschafts-Kühlschrank in der Firma hat, kennt das Problem: Viele nehmen Speisen mit zur Arbeit und verwahren diese bis zur Pause im Kühlschrank auf. Doch nicht selten werden die ein oder anderen Lebensmittel vergessen und schnell fühlt sich niemand mehr für die Überreste vergangener Mittagessen verantwortlich. Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder seine mitgebrachten Speisen isst und der Kühlschrank in einem regelmäßigen Abstand aussortiert und gesäubert wird.

Kaufland und DM legen vor

Nicht zum ersten Mal brachte Kaufland eine exklusive Sportmode aus nachhaltigem recyceltem Kunststoff heraus. Diese Kleidungsstücke werden aus gebrauchten PET-Flaschen, Fischernetzen sowie Kunststoffabfällen hergestellt. Sie sind komplett nach dem Global Recycling Standard (GRS) zertifiziert. Johannes Marholdt, Geschäftsführer Einkauf Non Food International sagt dazu, dass Nachhaltigkeit in ihren Kollektionsplanungen nicht mehr wegzudenken ist.

Des Weiteren lässt Kaufland ihre Eigenmarken mit Trennhinweisen beschriften. Dabei ist das Ziel, ihre Kunden zu motivieren die Verpackungen richtig zu entsorgen. Damit setzen sie den Wunsch von über 1000 Verbrauchern aus einer Online-Umfrage der Schwarz Gruppe im Jahr 2020 um welche zeigte, dass 80 Prozent sich Informationen zum Trennen der Verpackungen direkt auf den Produkten wünschen.

Der Drogerie Markt dm bietet unter dem Namen “Pro Climate“ eine ganze Umweltneutrale Produktreihe an. Diese Produkte sind nicht nur klima- sondern sogar umweltneutral. Damit legen sie den Grundstein für einen umweltschonenderen Alltag ihrer Kunden. Dieses umweltfreundliche Sortiment umfasst unter anderem Produkte der dm-Marken “alverde NATURKOSMETIK“, “Denkmit“ oder “SUNDANCE“.

Marken und die Sache mit dem Green Pressure

Auch Firmen die bekannte Marken auf den Markt geworfen haben, müssen dem Trend der Nachhaltigkeit folgen. Im Gegensatz zur Situation vor einigen Jahren, ist Naturschutz in diesem Bereich nicht mehr teuer und so der breiteren Masse zugänglich.

2016 hat Adidas beispielsweise ein Paar Schuhe aus recyceltem Plastik auf den Markt gebracht. Dieser besondere Schuh war auf 50 Paar limitiert. Interessierte Käufer hatten die Möglichkeit, für diese Schuhe zu „bieten“. Dies trieb wie erwartet den Preis in die Höhe.

2019 sah das ganze bereits anders aus. Die Reihe umweltfreundlicher Laufschuhe war dieses Mal erschwinglich und somit für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Diese Reihe von Adidas wurde weltweit über 11 Millionen Mal verkauft.

Marken sind gezwungen, sich dem Druck nach Nachhaltigkeit und Umweltschutz anzupassen.

Fazit

Auch wenn ich auf Kriegsfuß mit den neuen Strohhelmen bin, verstehe ich den richtigen Ansatz des Verbotes für ihre Vorgänger aus Plastik. Es ist nicht immer gut, auf bekanntes bestehen zu wollen, nur weil man sich auf nichts neues einlassen möchte.

Was ist mit euch? Habt ihr angefangen euer Leben umweltschonender zu gestalten? Ist eure Firma in den letzten Jahren grüner geworden?